Gastdozenturen für literarisches Übersetzen an der Universität Jena im WS 2021/22


Der Deutsche Übersetzerfonds hat mit Hilfe des Programms Neustart Kultur der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien im kommenden Wintersemester 2021/22 insgesamt 46 Gastdozenturen für Literarisches Übersetzen an verschiedenen deutschen Universitäten ermöglicht. Zwei der renommierten Übersetzer:innen, Stefanie Jacobs und Dr. Brigitte Döbert, werden auch die Lehre an den Instituten für Slawistik und für Romanistik der Universität Jena bereichern.


Institut für Romanistik

Stefanie Jacobs

"Literatur übersetzen. Erkundungen in Theorie und Praxis" (Blockveranstaltung in Präsenz)

Dieses Seminar bietet im Rahmen zweier Wochenendblöcke die Gelegenheit für erste Schritte auf dem Gebiet des literarischen Übersetzens. Nach der Erarbeitung grundlegender theoretischer Begriffe und Positionen soll vor allem die praktische Arbeit im Vordergrund stehen. Die Übersetzung verschiedener zeitgenössischer wie auch älterer Prosatexte aus dem Englischen und dem Französischen erfolgt selbständig oder in Gruppen (teils vorbereitend zu Hause, teils im Seminar); die anschließende Vorstellung und Bearbeitung der Ergebnisse im Plenum wird reichlich Gelegenheit bieten, zentrale Fragen zu diskutieren: Soll man die Leserin zum Text oder den Text zur Leserin hinbewegen? Wie geht man mit kulturellen Besonderheiten um, wie mit sprachlichen Eigenheiten des Originals? Kann man einen Text übersetzen, obwohl man aus einem ganz anderen Kulturkreis als die/der AutorIn stammt, ganz andere Identitätserfahrungen gemacht hat? Ein besonderes Augenmerk werden wir darauf legen, mit den Mitteln der Zielsprache einen guten und eigenständigen literarischen Text zu gestalten.

Um das literarische Übersetzen auch im historischen Kontext zu betrachten, soll zudem das Thema Klassikerneuübersetzung besprochen werden; dazu sehen wir uns zwei oder mehr Übertragungen eines bekannten Werks an, arbeiten Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus und versuchen, daraus Rückschlüsse auf die übersetzerische Praxis und das vorherrschende Übersetzungsideal ihrer jeweiligen Entstehungszeit zu ziehen. Abgerundet wird das Seminar bei Interesse durch einen kleinen Einblick in das Berufsbild der literarischen Übersetzerin. Der Leistungsnachweis wird sich aus einer schriftlichen Arbeit mit einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammensetzen.

Termine:

  • Freitag, 21.1.22, 16.30-18 Uhr
  • Samstag, 22.1.22, 10-17 Uhr
  • Sonntag, 23.1.22, 10-16 Uhr
  • Freitag, 4.2.22, 16.30-18 Uhr
  • Samstag, 5.2.22, 10-17 Uhr
  • Sonntag, 6.2.22, 10-16 Uhr

Die Teilenhmer:innenzahl ist begrenzt. Zur Anmeldung in Friedolin

Informationen zu einer Auswahl von Stefanie Jacobs' Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen bei den Verlagen Kiepenheuer & Witsch, Suhrkamp - Insel, Rowohlt und Penguin - Random House.

Hier Stefanie Jacobs im Gespräch mit SWR2 und mit TraLaLit.


Institut für Slawistik und Kaukasusstudien

Dr. Brigitte Döbert

"Übersetzung in der Spannung zwischen Ausgangstext und Kreativität" (Online Plus)

Kommentar:

Durch praktische Übung und die Diskussion theoretischer sowie literarischer Texte, die sich explizit mit dem Übersetzen und übersetzungsrelevanten Sprachphänomenen befassen, soll der Blick auf die fantastische Vielfalt der Implikationen geweitet werden, die Einfluss auf die Tätigkeit des literarischen Übersetzens und die Beurteilung ihrer Produkte haben. Dabei soll insbesondere der Frage nachgespürt werden, worin genau die kreative Leistung besteht, die ÜbersetzerInnen angesichts der Vorleistung der AutorInnen erbringen.

Empfohlene Literatur:

George Steiner, After Babel, aspects of language and translation, London 1975 u.ö.; gern in einer der zahlreichen Übersetzungen (u.a. ins Chinesische, Polnische, Französische, Spanische oder eben auch ins Deutsche: Nach Babel. Aspekte der Sprache und des Übersetzens, 2. Ausgabe, übersetzt von Monika Plessner unter Mitwirkung von Henriette Beese, Frankfurt 2004 u.ö.)

Gabriele Leupold, Eveline Passet (Hg.): Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden, Göttingen 2012

Leistungsnachweis:

Teilnehmende sollen in Absprache mit der Dozentin zu Seminarbeginn und zum Abschluss je eine eigene Übersetzung vorlegen; Ausgangssprache und Textgattung ihrer Wahl, einzige Vorgabe: aus dem Bereichen Belletristik oder Sachbuch, Textlänge max. 2 Normseiten (Typoskript mit max. 30 Zeilen à max. 60 Anschläge)

Termine:

  • Freitag, 29. & Samstag, 30.10.21, je 11-17 Uhr
  • Freitag, 3. & Samstag, 4.12.21, je 11-17 Uhr
  • Freitag, 14. & Samstag, 15.1.22, je 11-17 Uhr

Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Zur Anmeldung in Friedolin

Lichtblicke auf Brigitte Döberts umfangreiches übersetzerisches Werk:


Pressemitteilung des Deutschen Übersetzerfonds vom 9. September 2021

NEUSTART KULTUR: 46 Gastdozenturen für literarische Übersetzerinnen und Übersetzer

Der Deutsche Übersetzerfonds wird im kommenden Wintersemester 46 literarische Übersetzerinnen und Übersetzer im Rahmen einer Gastdozentur an 39 bundesdeutsche Universitäten und Hochschulen entsenden. Gemeinsam mit Studentinnen und Studenten verschiedenster Fachrichtungen werden sie in Seminaren und Übungen über die vielfältigen Fragen der Übersetzungskultur diskutieren, Texte aller Gattungen analysieren, die Übersetzungspraxis darstellen und ausprobieren. Ermöglicht wird die qualifizierte Erweiterung des Lehrangebots durch die Förderung aus dem Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung.

Die DÜF-Gastdozent∙innen und ihre Partnerhochschulen im Wintersemester 2021/22 sind:

Zaia Alexander, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Bergische Universität Wuppertal. Claudia Amor, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Bettina Bach, Institut für Niederländische Philologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Alexandra Berlina, Fach Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld. Katharina Waltraud Boll, Institut für Romanistik, Universität Regensburg. Mirko Bonné, Department für Anglistik und Amerikanistik, Ludwig-Maximilians-Universität München. Jürgen Brôcan, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum. Barbara Christ, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Erfurt. Nicola Denis, Romanisches Seminar, Universität Mannheim. Brigitte Döbert, Institut für Slawistik, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Heike Flemming, Institut für Slawistik und Hungarologie, Humboldt-Universität zu Berlin. Holger Fock, Institut für Übersetzen und Dolmetschen, Universität Heidelberg. Stefanie Gerhold, Institut für Romanistik, Universität Osnabrück. Sabine Giersberg, Institut für Romanistik, Universität Hamburg. Yvonne Griesel, Institut für Slavische Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München. Claudia Hamm, Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Tanja Handels, Deutsches Literaturinstitut Leipzig, Universität Leipzig. Christian Hansen, Sprach- und Literaturwissenschaften (Romanistik), Universität Bremen. Bernhard Hartmann, Abteilung Slavistik des Instituts für Slavistik, Turkologie und zirkumbaltische Studien, Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Frank Heibert, Seminar für Romanische Philologie sowie Masterstudiengang Komparatistik, Georg-August-Universität Göttingen. Stefanie Jacobs, Institut für Romanistik, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Andreas Jandl, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ursula Keller, Institut für Slavistik, Universität Regensburg. Esther Kinsky, Fächergruppe exMedia, Kunsthochschule für Medien Köln. Volker Klöpsch, Zentrum für Ostasienwissenschaften, Universität Heidelberg. Annette Kopetzki, Institut für Romanistik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Alexander Kratochvil, Institut für Slavistik, Technische Universität Dresden. Olaf Kühl, Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, Technische Universität Berlin. Markus Lemke, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Lydia Nagel, Institut für Slawistik, Universität Greifswald. Hans Gregor Njemz, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Hans-Christian Oeser, Institut für Geschichtswissenschaft und Literarische Kulturen, Leuphana Universität Lüneburg. Michael Raab, Institut für Germanistik, Arbeitsbereich Komparatistik, Justus-Liebig-Universität Gießen. Olga Radetzkaja, Slavisches Seminar, Universität Tübingen. Stefanie Römer, Institut für Romanistik, Universität Augsburg. Luis Ruby, Institut für Romanistik, Universität Rostock. Eva Schestag, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt (Main). Katrin Segerer, Romanisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Frank Sievers, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Technische Universität Braunschweig. Ulrich Sonnenberg, Institut für Skandinavistik, Frisistik und Allgemeine Sprachwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dorota Stroińska, Institut für Slavistik, Universität Potsdam. Timea Tankó, Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie, Universität Leipzig. Karin Uttendörfer, Fachrichtung Romanistik, Universität des Saarlandes. Elvira Veselinović, Slavisches Institut, Universität zu Köln. Karolin Viseneber, Fachrichtung Sprachwissenschaft und Sprachtechnologie, Universität des Saarlandes. Friederike von Criegern, Romanisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.

© Deutscher Übersetzerfonds


Das Programm wird aufgrund der großen Resonanz im Sommersemester 2022 fortgesetzt. Eine Ausschreibung erfolgt in Kürze.

Kontakt: Johanna Steiner, , Tel. 030-81699663
www.uebersetzerfonds.de


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