Dr. conf. Maria Irod

 Irod Maria

DAAD Gastdozentin
im Sommersemester 2021

Friedrich-Schiller-Universität
Institut für Romanistik
Ernst-Abbe-Platz 8, Raum 423
07743 Jena

E-Mail:

Sekretariat: Birgit Urtecho

Sprechzeiten: nach Vereinbarung per E-Mail

Seit 2018 Dozentin für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Bukarest
2016-2017 Post-Doc-Fellowship am New Europe College Bukarest
2012-2017 Dozentin für deutsche Sprache und Literatur an der Christlichen Dimitrie-Cantemir-Universität Bukarest
2011 Promotion an der Fakultät für Fremdsprachen und -literaturen der Universität Bukarest; Dissertationsthema: Dieter Schlesak zwischen Moderne und Postmoderne
2006-2012 Lektorin für deutsche Sprache und Literatur an der Christlichen Dimitrie-Cantemir-Universität Bukarest
2008
Forschungsaufenthalt am IKGS München
2002-2004 ÖAD-Forschungsaufenthalt in Graz
2000-2002 MA "Interdisziplinäre Studien in deutscher Sprache" an der Fakultät für Philosophie der Universität Bukarest
1996-2000 Studium der deutschen und englischen Philologie an der Universität Bukarest

Maria Irod unterrichtet im Sommersemester 2020/21 die Seminare Rumäniendeutsche Literatur im Blickpunkt der politischen Verfolgung in den 1950er und 1960er Jahren und Orthodoxie in der rumänischen Literatur nach dem Jahr 1990 sowie die Übung Begleitete Textlektüre/Übersetzungsübung "Orthodoxie in der rumänischen Literatur". Die Kurse sind an die Juniorprofessur für Romanistik mit Schwerpunkt Rumänistik angebunden.

Bisherige Forschungsgebiete:

  • deutschsprachige Literatur in Rumänien, insbesondere nach 1945
  • österreichische Antiheimat-Literatur, Rezeption österreichischer Literatur in Rumänien

Aktuelle Forschungsinteressen:

  • alternative Geschlechter- und Sexualitätskonstruktionen in der rumänischen Literatur
  • diskursanalytische Zugänge zu kirchenkritischen Positionen im deutschsprachigen Raum
  • Spiritualität und religiöse Praktiken in der rumänischen Gegenwartsliteratur

WORKSHOP RUMÄNISTIK JENA

Orthodoxie in Rumänien nach 1990
Eine literarisch-ästhetische Spurensuche

27.-29. September 2021

Zielgruppe:

Studierende und Promovierende insbesondere der Fächer Rumänistik, Südost-europawissenschaften, Theologie, Literaturwissenschaft, Übersetzungswissen-schaft

Inhaltliche Beschreibung:

Als 2005 im abgelegenen, neugegründeten Kloster Tanacu eine junge Frau nach einem Exorzismus starb und der Fall zu einem Medienereignis wurde, distanzierte sich die Rumänisch-orthodoxe Kirche öffentlich von fundamentalistischen Strömungen. Der Vorfall in Tanacu löste jedoch eine Kontroverse aus, die weit über die eigentlichen Vorkommnisse hinausführte und wesentliche Aspekte der "Volksorthodoxie" berührte. Unter den Stellungnahmen der orthodoxen Laien zum Tanacu-Fall kann man grob zwei entgegengesetzte Positionen unterscheiden: eine, die Aufklärung vom säkularen Rechtsstaat erwartet, und eine andere, die die Reinheit des Glaubens und die Autorität der Kirche gegen die Staatsmacht aufspielt. In künstlerischen Bearbeitungen des Tanacu-Falls spielen außer dem zentralen Thema "Exorzismus" auch das vielschichtige und komplexe orthodoxe Substrat eine wichtige Rolle.

Ausgehend von den Dokumentarromanen Spovedanie la Tanacu und Cartea judecătorilor von Tatiana Niculescu-Bran sowie von der Dramatisierung (Spovedanie la Tanacu / Deadly Confession, Andrei Șerban, 2007) bzw. der Verfilmung der literarischen Vorlage (După dealuri, Cristian Mungiu, 2012) und mit Bezug auf andere Autoren, die sich des Themas angenommen haben (Dan Stanca: Cei calzi și cei reci, 2008; Savatie Baștovoi: Pentru cine bat clopotele la Tanacu? 2007), zielt der Workshop darauf ab, Elemente der "Ortho-Praxis" im heutigen Rumänien (Volksfrömmigkeit, Wallfahrtskultur, Verehrung von Reliquien und von bestimmten Heiligen, Teufelsaustreibungen etc.) im Kontext ihrer künstlerischen Reflexion zu besprechen.

Themen und Fragestellungen:

  • Übersetzerworkshop: Herausforderungen beim Übersetzen eines literarischen Textes, der orthodoxe Glaubenspraktiken thematisiert; Wo findet man das richtige "Vokabular" in der Zielsprache? Wie übersetzt man Begriffe, die sich auf spezifisch orthodoxe, von den westlichen Kirchen abweichende Vorstellungen, Rituale und Ereignisse beziehen?
  • Der Exorzismus in Tanacu aus dem Jahre 2005 als diskursives Ereignis; für die o.g. entgegengesetzten Positionen exemplarische Sachtexte (Presseberichte, Blogartikel etc.) zusammenfassen, kritisch diskutieren, miteinander vergleichen (empfohlen: Ansätze der Diskursanalyse)
  • Was wird durch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tanacu- Fall gewonnen bzw. bewusst gemacht? Besprechung eines literarischen Textauszuges bzw. einer Filmsequenz mit Fokus auf der differenzierten Darstellung von außerliterarischer Wirklichkeit (insbesondere orthodoxen Ritualen, Glaubenspraktiken)
  • Inhaltlicher Input zu folgenden Themen, die im Kontext der besprochenen Literatur relevant sind:

-         Arsenie-Boca-Kult,

-         Verherrlichung der sog. "Heiligen der Gefängnisse"

-         Neu-Hesychasmus

-         Rezeption von René Guénon in Rumänien und Wechselbeziehungen zu orthodoxen Laiengruppen

 

Der Themenrahmen soll als Leitfaden dienen. Er ist als nicht vollständig anzusehen und soll zum gedanklichen Austausch anregen.

 

Seminarleitung:

Dr. conf. Maria Irod, Universität Bukarest

Prof. Dr. Hans-Christian Maner, Universität Mainz

 

Gäste:

Dr. Mirel Bănică, Academia Română

Prof. Monica Ciobanu, Plattsburgh State University of New York

PD Dr. Mihai-D. Grigore, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

Tatiana Niculescu-Bran, Schriftstellerin

 

Teilnahmevoraussetzungen und Format:

- Rumänischkenntnisse wenigstens A2

- aktive TN erwünscht: Materialien werden vorab zur Verfügung gestellt

- Veranstaltungsbeginn am Montag, 27. September, am Nachmittag

- Veranstaltungsende: Mittwoch, 29. September, am frühen Nachmittag

- Unterkunftskosten in Jena können übernommen werden; Reisekosten müssen selbst getragen werden*

 

Anmelde-Link:

https://cloud.uni-jena.de/apps/forms/r7ybxbEN8jZJdkys

- Frist 20.08.2021

 

gefördert vom DAAD sowie der Südosteuropa Gesellschaft

 

* Wer Jena kennenlernen möchte und den direkten Kontakt mit den Studierenden vor Ort und dem Lehrteam mit erleben möchte, ist eingeladen, für die Workshop-Tage nach Jena zu kommen. Der Großteil, möglicherweise sogar 100%, der eigentlichen Seminarzeit, wird trotzdem online per Zoom stattfinden, um für alle die identischen Grundbedingungen des Zugangs zu den Inhalten und für den Austausch zu schaffen (eigenen Laptop mitbringen!). Wir werden für die Gäste dennoch Begegnungsmöglichkeiten vor Ort schaffen und würden uns freuen, Sie kennenzulernen. Dafür steht eine begrenzte Zahl an Unterkünften, deren Kosten übernommen werden, zur Verfügung. (Stand: Juli 2021)