Mittelmeerstudien

Ziele und Inhalte

Das Mittelmeer - dessen Anrainergebiete sämtlich Provinzen des Römischen Reiches waren und das von den Römern folglich zu Recht mare nostrum genannt worden ist - wurde im frühen Mittelalter zur Schnittstelle der christlichen und der islamischen (und auch der jüdischen) Kultur. Für die Entwicklung beider Kulturen ist der Mittelmeerraum von zentraler Bedeutung, sowohl innerhalb der beiden Kulturen als auch für ihre gegenseitige Beeinflussung und Berührung. Quer durch das Mittelmeer verlaufen von Westen nach Osten die Kontaktzonen zwischen romanisch-griechisch geprägtem Christentum und arabisch geprägtem Islam: 800 Jahre maurische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel, arabische Herrschaft auf Malta und Sizilien, osmanische Präsenz in Südosteuropa, venezianische Herrschaft im östlichen Mittelmeerraum, christliche Kreuzzüge ins islamisch gewordenen Heilige Land.

Ziel des Studiengangs ist die Vertrautheit mit dem gesamten Mittelmeerraum, seinen Sprachen, Kulturen und Lebensformen. Die historische Entwicklung dieses Raums, die unabdingbar für das Verständnis seiner modernen Lebenswelt ist, kann in all seinen Facetten Gegenstand des Studiums sein, das einerseits von einer großen Wahlfreiheit geprägt ist, andererseits durch die Verpflichtung zur intensiven Beschäftigung mit drei, je nach Gestaltung des Wahlbereichs sogar mit vier Sprach- (und Kultur-)räumen eine breit angelegte Kenntnis eines geographischen Raums garantiert, der wie kein anderer für Interdisziplinarität und Interkulturalität steht.

Studienordnung
Übersichtsdarstellung zum Aufbau des Profils
Musterstudienplan
Modulkatalog des Profils


Auslandsaufenthalte und Praktika

Für das MA-Profil "Mittelmeerstudien" ist ein mindestens sechswöchiges Praktikum (an einer einschlägigen Einrichtung in Deutschland oder dem Mittelmeerraum) oder ein mindestens einsemestriger Auslands-Studienaufenthalt verpflichtend.

Berufliche Perspektiven

Der Studiengang ist ein philologischer Studiengang in der Verantwortung der Romanistik. Er eröffnet wissenschaftlich geprägte Tätigkeitsfelder in Wirtschaft und öffentlichem Dienst, z.B. Tourismus, Journalismus/Medien, Museums- und Ausstellungswesen, Erwachsenenbildung, Kulturvermittlung… Ebenso ermöglicht er den Einstieg in eine universitäre Laufbahn.

Zugangsvoraussetzungen

Bewerbung und Immatrikulation erfolgen für den Masterstudiengang Romanische Kulturen in der modernen Welt. Die Spezialisierung im Profil Mittelmeerstudien erfolgt durch das Belegen der Lehrveranstaltungen laut Studienordnung.

Voraussetzung für die Zulassung ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss mit der Mindestnote "gut" und mit mindestens einem romanistischen Teilgebiet als Kern- oder Ergänzungsfach (bzw. mindestens 60 LP).

Es gelten weiter folgende Sprachanforderungen :

  • Kenntnisse des Lateinischen ((vgl. §3, Abs. 1 der Studienordnung vom 17. Juli 2013 unter Berücksichtigung der Ordnungsänderung vom 09. Februar 2017, hier)
  • Kenntnisse in mindestens einer romanischen Sprache auf Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (Nachweis i.d.R. durch entsprechende Modulprüfungen aus Bachelorstudiengängen oder durch eine Einstufungsprüfung)
  • Kenntnisse in einer weiteren romanischen oder Mittelmeer-Sprache auf (mind.) Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (Nachweis i.d.R. durch entsprechende Modulprüfungen aus Bachelorstudiengängen oder durch eine Einstufungsprüfung)
  • Englisch auf Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens oder Nachweis Abschluss 10. Klasse bzw. 4 Lernjahre

Ausländische Studienbewerber nicht-deutscher Muttersprache müssen Kenntnisse auf dem Niveau der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH, Stufe 2), Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF, 4 mal TDN 4) oder einer vergleichbaren Prüfung des Goethe-Instituts bzw. der Kultusministerkonferenz (z.B. Kleines deutsches Sprachdiplom) nachweisen.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Edoardo Costadura